Von Anfang an erschien es mir nur logisch, für die Geburt meines ersten Kindes in ein Geburtshaus zu gehen. Erstens war ich selbst vorher noch nie im Krankenhaus und zweitens finde ich es richtig und schön, dass Vor-/Nachsorge und Geburt von ein und derselben Person begleitet werden können.

Mein Sohn den errechneten Geburtstermin bereits um 11 Tage überschritten. Bei einer geplanten Krankenhausgeburt hätte ich diese Freiheit wahrscheinlich nicht bekommen. Am nächsten Tag wollten wir unter Anleitung den Wehen etwas auf die Sprünge helfen, aber in derselben Nacht kamen sie dann doch von allein. Unsere Hebamme riet mir, die Wehen solang wie möglich zu Hause, in vertrauter Umgebung zu veratmen. Viele Stunden später, am nächsten Nachmittag, schien mir das nicht mehr möglich und im Geburtshaus wurden wir auch schon erwartet. Die Stunden dort waren für mich sehr intensiv, Gesche stand mir, mit einem tollen Gespür für Distanz und Nähe in den richtigen Momenten bei. Mein Partner ließ sich die Hand von mir zerquetschen, ich habe mich gut aufgehoben und willkommen gefühlt. Auch hatte ich genug Raum zum Atmen und Ausprobieren. Trotzdem wollte es nicht so recht vorangehen. Der Muttermund öffnete sich nur schleichend, das Kind rutschte nicht genug ins Becken, die Fruchtblase sollte wegen einer Strepptokokken-Infektion möglichst nicht geöffnet werden und ich wurde immer erschöpfter. Nach 6 Stunden Arbeit im Geburtshaus wurde klar, dass ich um eine Verlegung ins Krankenhaus nicht herum kommen würde. Traurigkeit, Ohnmacht, Frustrations und der Verlust meiner Motivation machten sich breit. Aber ich berief mich auf mein Vertrauen in unsere Hebamme und tatsächlich: einmal im Kreißsaal aufgenommen und mit PDA und Wehentropf gefühlt an tausend Schläuchen hängend, wurde mir klar, dass Gesche die absolut richtige Entscheidung für uns getroffen hat. Dass ich es ohne Medikamente nicht geschafft hätte. Nach 6 weiteren Stunden ist unser Sohn zur Welt gekommen mit Hilfe einer tollen kompetenten, fürsorglichen Hebamme.

Im Nachhinein freue ich mich darüber, dass ich beides, Geburts- und Krankenhaus ohne Not kennenlernen konnte und dass ich mich auf die Expertise der Hebamme verlassen habe und Hilfe zum rechten Zeitpunkt in der Nähe war.

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